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RSSPrint

Hilfe für ein Epitaphgemälde aus der Dorfkirche Blankensee

23.11.2016

Kulturministerin Münch, Landeskonservator Drachenberg, General-superintendentin Asmus und der Förderkreis Alte Kirchen präsentieren diesjährige Spendenaktion „Vergessene Kunstwerke“

Kulturministerin Martina Münch hat heute in Potsdam gemeinsam mit der Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Sprengel Potsdam, Heilgard Asmus, dem Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen, Bernd Janowski, sowie dem Landeskonservator Thomas Drachenberg die diesjährige Spendenaktion „Vergessene Kunstwerke“ präsentiert. Die Spenden sollen zur Sicherung eines Epitaphgemäldes in der Dorfkirche Blankensee (Landkreis Teltow-Fläming) eingesetzt werden.

Kulturministerin Martina Münch würdigt die Spendenaktion als wichtige bürgerschaftliche Initiative für die Erhaltung sakraler Kunstwerke. „Die zahlreichen Kirchen, Kapellen, Klöster und Pfarrhäuser sind Teil unserer Kulturgeschichte und stiften für viele Menschen – auch unabhängig vom eigenen konfessionellen Bekenntnis – Identität. Sie sind Orte der Geschichte und dank des engagierten Einsatzes des Förderkreises Alte Kirchen sowie vieler Kirchengemeinden, bürgerschaftlicher Initiativen und Freiwilliger inzwischen Orte der Kunst und Kultur, des Dialogs und der Begegnung“, betont Kulturministerin Münch. „Das Land unterstützt die Sanierung der Kirchen mit jährlich rund 1,5 Millionen Euro im Rahmen des Evangelischen Staatskirchenvertrages. Mit Erfolg: Seit 1990 konnten mit Hilfe der EU, des Bundes, des Landes, der Kirchen, des Förderkreises Alte Kirchen und vieler Ehrenamtlicher unter anderem rund 320 Stadtkirchen, 1.500 Dorfkirchen, 17 Klosteranlagen und 260 Pfarrhäuser gesichert werden. Im kommenden Jahr stellen wir zudem zusätzlich 1 Million Euro bereit, um gezielt bedrohte Denkmale und Ausstattungen von Kirchen und Schlössern zu sichern“ so Münch. „Die diesjährige Spendenaktion trägt dazu bei, ein weiteres sakrales Kunstwerk zu sichern und dem Vergessen zu entreißen. Ich freue mich, dass diesmal ein Altarbild aus der Renaissance gerettet werden kann, das 2017 auf einer großen Ausstellung zur Reformation zu sehen sein wird. Das Land Brandenburg wird sich im kommenden Jahr mit vielfältigen kulturellen und religionsgeschichtlichen Veranstaltungen am 500-jährigen Reformationsjubiläum beteiligen und dabei alte Kloster- und Kirchenanlagen und attraktive Museen in den Blickpunkt rücken.“

Landeskonservator Thomas Drachenberg erklärt: „Mit dieser jährlichen Spendenaktion wird der Denkmalbesitzer vor Ort nicht nur von den Fachleuten, sondern von der ganzen Zivilgesellschaft unterstützt! Diese Wertschätzung ist nicht zu unterschätzen.“

Die Generalsuperintendentin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Sprengel Potsdam, Heilgard Asmus: „Kunstwerke in Kirchen sind gelebter Glaube. Gern wirke ich daran mit, diese alten Glaubenszeugnisse wieder ins Gespräch zu bringen, sie wieder stärker leuchten zu lassen. Bei diesem Epitaph aus der Dorfkirche in Blankensee, das einer gemalten Predigt gleicht, wird die jüdisch-christliche Glaubensauslegung sichtbar. Vergessene sakrale Kunstwerke wirken im Übrigen nicht nur auf Gläubige – auch Menschen ohne kirchliche Bindung lassen sich davon immer wieder anrühren. Das ist ein denkmalpflegerischer Erfolg und ein Gewinn für die lebendige Glaubens- und Kulturgeschichte.“

Der Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Bernd Janowski sagt: „In unseren brandenburgischen Stadt- und Dorfkirchen haben sich zahlreiche sakrale Kunstwerke aus allen Kunstepochen seit dem Mittelalter erhalten, die wichtige Zeugnisse der Kunstgeschichte, aber auch der Entwicklung der Volksfrömmigkeit sind. Nachdem in den vergangenen Jahren viele Kirchenbauten in ihrer äußeren Hülle saniert werden konnten, ist es nun an der Zeit, auch die wertvollen Ausstattungsstücke in den Kirchengebäuden zu sichern und zu restaurieren, um sie vor dem unwiederbringlichen Verlust zu bewahren. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. setzt sich seit seiner Gründung 1990 für die Erhaltung, Bewahrung und angemessene Nutzung der historischen Kirchengebäude im Land Brandenburg ein.“

Spenden können auf das Spendenkonto für die Aktion „Vergessene Kunstwerke“ eingezahlt werden:
Empfänger:        Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
Konto-Nr.:          3911390
BLZ:                   520 604 10 (Evangelische Bank)
IBAN:                  DE94 5206 0410 0003 9113 90
BIC:                    GENODEF1EK1
Stichwort:           Blankensee

Die Dorfkirche Blankensee bewahrt in ihrem Innenraum zahlreiche bedeutende Kunstwerke. Außergewöhnlich ist ein Epitaphgemälde zur Erinnerung an die 1567 verstorbene Anna von Schlabrendorf. Wegen seines ungewöhnlichen heilsgeschichtlichen Bildinhaltes und der Qualität seiner Ausführungen soll das Gemälde ab September 2017 in der großen Reformations-Ausstellung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam zu sehen sein. Im Zusammenhang damit ist eine gründliche Restaurierung dieses wertvollen Kunstwerkes notwendig.

Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. rufen zum 8. Mal zu einer gemeinsamen Spendenaktion auf. Im vergangenen Jahr wurden rund 6.500 Euro für die Sicherung des spätmittelalterlichen Altars der Stadtkirche Ruhland (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) gesammelt. Insgesamt kamen in den vergangenen Jahren rund 120.000 Euro im Rahmen von Spendenaktionen für sakrale Kunstwerke zusammen.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wurde 1990 als gemeinnütziger Verein gegründet. Er setzt sich für die Erhaltung und Wiederherstellung von Kirchen in den ländlichen Regionen Brandenburgs ein und arbeitet mit der Denkmalpflege sowie mit Kirchengemeinden, Kommunen und lokalen Fördervereinen zusammen. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und dem Verkauf eigener Publikationen. Seit seiner Gründung konnte er mehr als 1,5 Millionen Euro für Instandsetzungs- und Restaurierungsprojekte ausreichen. Seit dem Jahr 2000 ist er Träger des Projektes „Offene Kirchen“ in Brandenburg und gibt die gleichnamige Jahreszeitschrift heraus. Seit 2006 veranstaltet er gemeinsam mit dem Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg das Projekt „Musikschulen öffnen Kirchen“.

Weitere Informationen:              
www.ekbo.de
www.bldam-brandenburg.de
www.altekirchen.de