Christliche Feiertage im Kirchenjahr

Jeder Sonntag des Jahres hat einen Namen, jedes Fest seinen festen Platz im Kirchenjahr. Neben den großen Kirchenfesten gibt es an jedem siebten Tag einen Grund zu feiern oder zu gedenken, immer entlang der passenden Bibelstellen. Hier finden Sie eine Übersicht zum Kirchenjahr.

Die Feier des Gottesdienstes steht im Mittelpunkt der christlichen Feiertage.<br/> Foto: Bösenberg © EKBO 2010.
Das Kirchenjahr ist die Reihung der christlichen Fest- und Sonntage über das Jahr hinweg. Anders als das Kalenderjahr beginnt das Kirchenjahr nicht mit dem ersten Januar, sondern mit dem ersten Adventssonntag. Das Weihnachtsfest ist damit das erste große Fest des Kirchenjahres. Die Passionszeit, die am Aschermittwoch beginnt und in der Erinnerung an den Kreuzestod Jesu am Karfreitag ihren Höhepunkt findet, endet mit dem Osterfest, der Auferstehung Christi. Die Feier der Kreuzigung und der Auferstehung Christi ist das wichtigste Ereignis im Kirchenjahr, das für die Christen aller Konfessionen zentrale Bedeutung hat. Christi Himmelfahrt, 40 Tage nach Ostern, gehört liturgisch immer noch zur Osterzeit. Zehn Tage nach Himmelfahrt beginnt das Pfingstfest, an dem die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Überwindung der babylonischen Sprachverwirrung, also die grundsätzliche Einheit der Christenheit, im Mittelpunkt steht.

Zwischen Pfingsten und dem letzten Sonntag des Kirchenjahres liegen die Sonntage der Trinitatiszeit. Das Kirchenjahr endet mit dem Ewigkeits- oder Totensonntag, an dem an das Versprechen des ewigen Lebens erinnert und der Toten gedacht wird.

Die Namen der Sonntage und die liturgischen Farben
Im Kirchenjahr haben die meisten Sonntage einen eigenen Namen. Die Sonntage nach Epiphanias (6. Januar, „Heilige Drei Könige“) und nach Trinitatis (dem Sonntag der Dreieinigkeit) werden allerdings nur chronoligisch nummeriert.

Liturgische Farben bezeichnen die Farben von Gewändern, Paramenten  und Antependien, die zu bestimmten Festtagen benutzt werden. Sie sollen eine Sinneswirkung auf Stimmung und Bewusstsein des Menschen ausüben. An den Christfesten wie den Weihnachtstagen und Ostern (außer Karfreitag, schwarz) ist weiß die liturgische Farbe. Die Zwischenzeiten, in denen keine Feste begangen werden – wie die Vorfastenzeit, die Sonntage nach Trinitatis und nach Epiphanias – tragen grün. In der Passionszeit vor Ostern wird violett verwendet, ebenso in der Adventszeit. Pfingsten trägt, ebenso wie der Reformationstag, rot.

Adventszeit

Adventszeit

Mit dem Advent beginnt ein neues Kirchenjahr. Die Adventszeit ist einerseits Vorbereitung auf das Geburtsfest Christi, auf das Kommen des Gottessohnes in diese Welt, andererseits ist sie durch den Gedanken an seine endzeitliche Wiederkunft bestimmt.

Weihnachten

Das Weihnachtsfest - aus dem Mittelhochdeutschen: „ze den wihen nahten“, zu den geweihten ( = heiligen) Nächten - ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Es wird heute in der gesamten christlichen Welt - am 24. Dezember mit dem Heiligen Abend beginnend - am 25. und 26. Dezember gefeiert.

Passionszeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Passionszeit. In ihrem Zentrum steht die Erinnerung an das Leiden Jesu. Es ist eine Zeit der Einkehr und Stille, in der viele einen tieferen Zugang zu Gott suchen und sich auf die Karwoche vorbereiten. Von vielen Menschen wird sie als Fastenzeit begangen.

Karfreitag

Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung und des Todes Jesu.

Ostern

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Im Mittelpunkt steht die Feier der Auferweckung Jesu von den Toten. Das Osterfest ist zugleich das älteste christliche Jahresfest.

Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt

Seit dem vierten Jahrhundert feiern Christen 40 Tage nach Ostern das Fest "Christi Himmelfahrt". Biblische Grundlage ist neben dem Markus- und Lukas-Evangelium das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament. Dort steht, dass der Auferstandene vor den Augen seiner Jünger "aufgehoben" wurde: "Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken" (Apostelgeschichte 1,9). Dies ist auch ein bevorzugtes Motiv in der bildenden Kunst.

Pfingsten

An Pfingsten feiern Christen den Geburtstag der Kirche und den Beginn der Ausbreitung der christlichen Botschaft. Pfingsten markiert zugleich den spirituellen Ursprung des Christentums: Der Bibel zufolge empfingen die Jünger Jesu 50 Tage nach Christi Auferstehung an Ostern den Heiligen Geist. Daher wird Pfingsten auch als "Fest des Heiligen Geistes" bezeichnet. Es ist nach Weihnachten und Ostern der dritte Höhepunkt im Kirchenjahr.

Trinitatis

Mit dem Sonntag Trinitatis, dem Sonntag nach Pfingsten, beginnt die Trinitatiszeit. An diesem Tag wird an die drei Personen Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist erinnert. Aus der Vielzahl von Sonntagen nach Trinitatis sind besonders hervorzuheben das Erntedankfest und die letzte Woche des Kirchenjahres, die mit dem Volkstrauertag beginnt und über Buß- und Bettag mit dem Ewigkeits- bzw. Totensonntag endet.

Erntedank

Das Erntedankfest wird am Sonntag nach Michaelis (29. September) gefeiert. Erntedank ist ein Festtag des Dankes und Sorge um das tägliche Brot. Der "Erntedank" gilt Gott für die Erde und ihre Früchte, für die Fülle an Früchten und Nahrungsmitteln, die er gewährt. Körbe mit Früchten oder auch eine aus Kornähren gefertigte "Erntekrone" werden in die Kirche hineingetragen und auf den Altar gelegt.

Reformationstag

Am Reformationstag wird des Thesenanschlags von Martin Luther am 31. Oktober 1517 gedacht. Erst seit 1667 feiern evangelische Christen den Reformationstag am 31. Oktober. Dieses Datum geht auf den Kurfürsten Georg II. von Sachsen zurück, der per Anordnung das Reformationsgedenken in Sachsen auf den Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther legte, die anderen evangelischen Fürsten schlossen sich diesem Gedenktag nach und nach an.

Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag ist für evangelische Christen ein Tag der Besinnung und Neuorientierung. Christen fragen im Gottesdienst danach, wie sie ihr Leben entsprechend dem Evangelium zu gestalten haben.

Ewigkeitssonntag

Der Ewigkeitssonntag wird auch Totensonntag genannt. Es ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr, der dem Gedenken der Toten und der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod gewidmet ist.

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