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Heimkinder: Berliner Johannesstift will im Sommer Bericht vorlegen

Einrichtung nimmt zu aktuellen Medienberichten über sexuellen Missbrauch Stellung

Berlin (epd). Das Berliner Johannesstift will bis zum Sommer die Recherchen über mögliches Versagen in der Betreuung von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren abschließen. Eine Veröffentlichung der Studie, die im Rahmen des Runden Tisches des Bundestages zu den damaligen Erziehungspraktiken erstellt wird, sei zur Jahresmitte vorgesehen, erklärte die diakonische Einrichtung am 16. März in Berlin.

 

Zu aktuellen Medienberichten, wonach es auch im Johannesstift in den 80er und 90er Jahren Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben habe, erklärte die Einrichtung, dass keine der vier Fälle vertuscht worden seien. So seien unter anderem zwei Mitarbeiter, die Liebesbeziehungen zu minderjährigen Insassen unterhielten, entlassen und teilweise auch strafrechtlich belangt worden. Ebenso habe der Erzieher, der im Rotlichtmilieu verkehrte, seinen Job verloren.

 

Das 1858 gegründete Johannesstift zählt zu den ältesten und größten diakonischen Einrichtungen Berlins. Die Stiftung bürgerlichen Rechts betreibt mit derzeit 2.350 Mitarbeitern Einrichtungen der Alten-, Jugend- und Behindertenhilfe. Darin werden insgesamt 2.360 Menschen betreut. Zum Johannesstift gehören auch Häuser in Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Hannover. Sitz der Stiftung ist seit 1910 ein 75 Hektar großes Gemeinwesen in Berlin-Spandau.

Internet: www.evangelisches-johannesstift.de

 

Berlin, 16.03.2010




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