Zu Hause im Trödelcafé
Die Griechin Elma Malitzki hat in der Berlin-Zehlendorfer Paulusgemeinde neuen Halt gefunden
Von Anett Kirchner
„Ohne Elma geht hier nichts, sie ist die gute Seele in unserem Gemeindehaus“, sagt ein Helfer des Trödelcafés in Berlin-Zehlendorf. Doch Elma Malitzki möchte einfach nur den Menschen etwas zurückgeben, von denen sie selbst viel bekommen hat. Die 68-jährige gebürtige Griechin engagiert sich seit vielen Jahren mit Freude und Hingabe in der evangelischen Paulus- Kirchengemeinde, obwohl sie von Hause aus dem griechisch-orthodoxen Glauben angehört.
„Im Grunde glauben wir doch alle an denselben Gott“, findet Elma Malitzki. Den evangelischen Glauben empfinde sie als sehr tolerant. „Die Gemeinschaft hat mir geholfen, über die schwere Zeit nach dem Tod meines Mannes hinwegzukommen“, erzählt sie. Das werde sie nie vergessen. „Außerdem hat mich die ehrenamtliche Arbeit von den schmerzlichen Gedanken der Trauer abgelenkt“, erklärt sie weiter. Was einst als Selbsthilfe begann, hat sich bei Elma Malitzki inzwischen zu einem beständigen sozialen Engagement entwickelt. So gehört sie zum Gemeindeförderverein Paulus, der sich um das Trödelcafé kümmert, einem sozialen Treffpunkt der Kirchengemeinde am Teltower Damm. Dort werden gespendete Haushaltswaren, Bücher und Kleidung sowie Kaffee und selbstgebackener Kuchen verkauft.
Das Trödelcafé hat jeden Freitag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. „Viele Besucher kommen jede Woche zu uns. Es gibt sogar Stammtische“, verrät Malitzki. Oft werde einfach nur geredet und zugehört. Wenn jemand etwas kauft, kommt der Erlös der Gemeindearbeit zugute, der Arbeit des Hausmeisters, der Diakonieschwester, den Konfirmanden, der Kita. Elma Malitzki ist fast jeden Tag im Trödelcafé und sortiert die gespendeten Sachen. „Es macht mir einfach Spaß und ich bin sehr gern mit Menschen zusammen.“
Elma Malitzki wurde 1944 in Athen geboren und wuchs als Einzelkind auf der Insel Chios auf, studierte Wirtschaft, lernte ihren späteren Ehemann kennen und gründete eine Familie. Ihr Mann Harry war Berliner und in der Paulus-Gemeinde zu Hause. Die Familie Malitzki führte ein unbeständiges Leben. Als Ingenieur war ihr Mann oft auf Montage in der ganzen Welt. Dabei nahm er seine Frau und die beiden Kinder stets mit. „Wir lebten in Schweden, Kolumbien und Ägypten“, erzählt sie. Manchmal waren sie ein Jahr an einem Ort, manchmal fünf. Interessant und unvergesslich war die Zeit. Die Verbundenheit mit Berlin und der Paulus- Kirchengemeinde habe die Familie jedoch nie aufgegeben. 2004 ist Elma Malitzki nun in Zehlendorf sesshaft geworden. „Ich fühle mich in der Gemeinde zu Hause“, sagt sie und lächelt.
Text und Bild: Evangelische Wochenzeitschrift dieKirche

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