Bischof Dröge: Christen und Muslime können zur „Friedensmacht“ werden
Berlin (epd). Der Dialog zwischen Christen und Muslimen kann nach Auffassung des evangelischen Berliner Bischofs Markus Dröge zu einer „Friedensmacht“
führen. Mehr als zehn Jahre nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York müssten alle gläubigen Menschen es als gemeinsame Aufgabe erkennen, „sich gegen die Instrumentalisierungen des Glaubens für Terror und Gewalt zur Wehr zu setzen“, sagte Dröge am Mittwoch in einem Vortrag im Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin.
Der evangelische Theologe forderte von christlicher Seite die Entwicklung einer „Theologie des Dialoges“, um offen mit anderen Religionen ins Gespräch zu kommen. Dieser Dialog setze aber auch voraus, dass beide Seiten gesellschaftliche Errungenschaften anerkennen. Dazu gehörten die Unterscheidung von Staat und Religion, die Anerkennung der Menschenrechte sowie die Bereitschaft zur offenen Kommunikation, wobei unter anderem das Erlernen der Landessprache vonnöten sei, erklärte Dröge.
Für den islamischen Glauben in Deutschland bestehe die Chance, alle Rechte zu genießen, die andere Religionen auch wahrnehmen. Der Bischof der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz nannte den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, theologische Fakultäten, religiös geprägte Sozialarbeit, Seelsorge und Verkündigung im öffentlichen Raum.
