Aktion Sühnezeichen ruft Kirche zu Kampf gegen Rechtsextremismus auf
25. November 2011. Berlin (epd). Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste hat die evangelische Kirche zur Bekämpfung von Rassismus und rechten Vorurteilen in den eigenen Reihen aufgerufen. Menschen, die deutschtümelnde und fremdenfeindliche Thesen verbreiten oder menschenfeindliche Einstellungen vertreten, müsse die Kirche „die Tür weisen und nicht öffnen“, schreibt der Geschäftsführer von Aktion Sühnzeichen, Christian Staffa , in einem Gastbeitrag für die Berliner Wochenzeitung „Die Kirche“ (Ausgabe vom 27. November). „Ein Ruck muss durch unsere Kirche gehen.“
Bisher zeigten alle entsprechenden Studien, dass menschenfeindliche Einstellungen in Kirchengemeinden zum Teil sogar häufiger verbreitet seien als im Rest der Gesellschaft, sagte Staffa. „Ungefähr ein Viertel unserer Mitglieder empfindet Deutschland als überfremdet.“ Dies sei „leider kein Spuk“, sondern die Wirklichkeit, der sich die Kirche stellen müsse.
Diese Einstellungen seien auch Nährboden für rechte Straftaten, betonte Staffa. Bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus nur Jugendliche in den Blick zu nehmen, sei deshalb ein Irrweg. „Es sind die Älteren, die den Ton angeben, und die Jugend setzt diese Ansichten um.“
Staffa rief zugleich dazu auf, die in „Deutschland schon immer geschichtlich falsche Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus“ zu beenden. Dies habe schon in der Weimarer Republik nicht gestimmt.
