Bischof Dr. Markus Dröge verurteilt geplante Koranverbrennung
„Gemeinde widerspricht der Versöhnungsbotschaft“
Berlin. Anlässlich der in Gainesville, Florida, für den 11. September 2010 geplanten Verbrennung des Koran durch eine evangelikale Kirchengemeinde erklärt der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Dr. Markus Dröge:
„Es ist erschütternd, wenn eine Gemeinde, die sich christlich nennt, eine Koranverbrennung plant. Sie verletzt damit in eklatanter Weise die Ehrfurcht vor der Heiligen Schrift einer anderen Religion.
Die islamische Al-Azhar-Universität in Kairo hat bereits am 13. August die für den 11. September geplante Verbrennung das Koran scharf verurteilt. »Dies wird nur den Hass schüren«, hieß es in der Erklärung des einflussreichsten Islam-Instituts der Welt. Dieser Auffassung kann ich nur zustimmen.
Die Tatsache, dass sich islamische Autoritäten, wie der verstorbene Scheich Mohammed Said Tantawi, von Azhar-Universität in Kairo, gleich nach dem 11. September 2001 sehr deutlich von dem Anschlag auf das World Trade Zentrum distanziert haben, zeigt zudem, wie unsinnig es ist, gerade dieses Datum zu wählen.
Insbesondere in Berlin ruft eine solche von Hass geprägte Aktion die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten in Erinnerung. Christinnen und Christen in Deutschland können in der geplanten Verbrennung des Koran nichts anderes als einen Tiefpunkt der Unkultur erkennen.
Eine christliche Gemeinde, die eine solche Geisteshaltung an den Tag legt, widerspricht der Versöhnungsbotschaft des Evangeliums. Jesus Christus hat sich für die Würde aller Menschen als Geschöpfe Gottes eingesetzt, Menschen anderer Glaubenprägungen zu Vorbildern der Nächstenliebe gemacht und das Evangelium der Versöhnung gepredigt.
Die geplante Aktion zeigt in erschreckender Weise, dass es auch im Raum des Christentums noch Geisteshaltungen gibt, die nicht in der von Toleranz und Achtung der Würde aller Menschen und ihrer religiösen Überzeugungen geprägten Gesellschaft angekommen sind.“
