Bischof will zwischen Tierschützern und Taubenzüchtern vermitteln
Markus Dröge bedauert Auseinandersetzung über Taubenaktion zum
Weltfriedenstag
An dem Gottesdienst nahmen auch zahlreiche Taubenzüchter teil, deren Tiere anschließend an mehreren Orten Berlins zu einem sternförmigen Heimflug freigelassen wurden. Daran sollen nach Angaben des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter rund 65.000 Tauben aus mehreren Ländern Europas teilgenommen haben. Für die Aktion hatten Bischof Dröge und der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD), die Schirmherrschaft übernommen.
An der Aktion hatten die Tierrechtsorganisation PETA und weitere Tierschutzverbände in der zurück-liegenden Woche massive Kritik geäußert und Dröge aufgefordert, sich davon zu distanzieren. Zur Begründung verwiesen sie darauf, dass die Veranstalter billigend in Kauf nähmen, dass eine Vielzahl der Tauben ihre europäischen Heimatländer nicht erreichen werde, weil sie auf ihren langen Flug-strecken zahlreichen Bedrohungen wie Greifvögel und widrigen Wetterbedingungen ausgesetzt seien.
Wie Dröge dazu in seiner Predigt betonte, sei er gern bereit, die PETA-Vorsitzende Ingrid Newkirk und den Verbandspräsidenten der Deutschen Brieftaubenzüchter, Horst Menzel, zu einem gemeinsamen Gespräch einzuladen. Dabei gehe es ihm darum, zur "Deeskalation im Krieg um die Friedenstauben am Weltfriedenstag" beizutragen.
Die Hauptveranstaltung des Sternflugs fand nach der Andacht mit Bischof Dröge am Neptunbrunnen zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche in Berlin-Mitte statt. 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges symbolisiere der internationale Brieftaubenauflass "das grenzenlose Verständnis zwischen Menschen", betonte der Züchterverband.
Der Weltfriedenstag wird in Deutschland jährlich am 1. September begangen. Er erinnert an den deutschen Überfall auf Polen, der den Zweiten Weltkrieg auslöste, und geht zurück auf eine Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto "Nie wieder Krieg" zu Aktionen aufgerufen hatte.
