Tierschützer protestieren gegen Sternflug von 65.000 Brieftauben
Dröge und Momper sind Schirmherren der Berliner Aktion zum Weltfriedenstag
Auf den langen Flugstrecken seien die Tauben zahlreichen Bedrohungen wie Greifvögel und widrigen Wetterbedingungen ausgesetzt, kritisierten die Tierschützer. Daher komme die Freilassung einem Aussetzen gleich. Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD), und der evangelische Bischof Markus Dröge sollten sich für eine Streichung dieses Programmpunktes zum Weltfriedenstag einsetzen.
Die Hauptveranstaltung des Sternflugs ist am 29. August (ab 10.30 Uhr) am Neptunbrunnen zwischen dem Roten Rathaus und der Marienkirche in Berlin-Mitte vorgesehen. Nach einer Andacht mit Bischof Dröge und Grußworten sollen dort weiße Brieftauben als "Symbol des Friedens" losfliegen. 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs symbolisiere der internationale Brieftaubenauflass "das grenzenlose Verständnis zwischen Menschen", hieß es von Seiten der Veranstalter.
Weitere Abflugplätze rund um Berlin sind am frühen Morgen der Sportplatz "Stern" in Alt-Kaulsdorf, der Segelflugplatz in Friedersdorf, der Reiterhof Münchehofe und die Lindenberger Mühle an der B2. Der Weltfriedenstag wird in Deutschland jährlich am 1. September begangen. Er erinnert an den deutschen Überfall auf Polen, der den Zweiten Weltkrieg auslöste, und geht zurück auf eine Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto "Nie wieder Krieg" zu Aktionen aufgerufen hatte.
