Neuer Görlitzer Generalsuperintendent wird im Herbst gewählt

Theologen Martin Herche und Uwe Simon als Kandidaten vorgestellt 

25. August 2010. Berlin (epd). In der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wird im Herbst ein neuer Generalsuperintendent für den Sprengel Görlitz gewählt. Als Kandidaten für das Leitungsamt der Regionen Ost- und Südbrandenburg sowie Ostsachsen mit zusammen rund 210.000 Kirchenmitgliedern haben sich am 24. August in Berlin der Superintendent des Kirchenkreises Templin-Gransee, Uwe Simon, und der Regionalbischof von Halle-Naumburg, Martin Herche, vorgestellt. Die Wahl, die für eine zehnjährige Amtszeit vorgesehen ist, soll am 25. September in Cottbus erfolgen.

Martin Herche wurde 1953 im brandenburgischen Wriezen geboren. Nach dem Studium in Ost-Berlin und Naumburg war der evangelische Theologe ab 1983 Pfarrer in Heringen/Helme und Heiligenstadt sowie Superintendent des Kirchenkreises Eichsfeld. Seit 2001 ist Herche Propst, seit 2009 Regionalbischof des Sprengels Halle-Naumburg der neuen Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Der 57-Jährige war langjähriger Vorsitzender des Finanzausschusses seiner Synode und gehört zahlreichen Kuratorien an, darunter im Diakoniewerk Halle und bei den Franckeschen Stiftungen. Herche hatte im Juni für das Bischofsamt in Schaumburg-Lippe kandidiert, unterlag jedoch bei der Wahl seinem Mitbewerber.

Uwe Simon wurde 1963 in West-Berlin geboren. Nach dem Studium der evangelischen Theologie in Berlin und Göttingen war er unter anderem Pfarrer in Berlin-Lichtenrade, einer Gemeinde mit damals 17.000 Mitgliedern, und im brandenburgischen Kyritz. Seit 2002 leitet Simon als Superintendent den Kirchenkreis Templin-Gransee in Brandenburg.

Seit 2009 ist Simon Mitglied der Synode seiner Landeskirche. Seit 2010 gehört der 47-Jährige auch der landeskirchlichen Tarifkommission an, die sich mit der Gestaltung und Umsetzung der Tarifverträge für die Beschäftigten befasst. Er ist zudem stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses der Synode.

Wie bei der Kandidatenvorstellung betont wurde, bringen beide eine Reihe Erfahrungen mit Zusammenschlüssen kirchlicher Regionen und der Bildung neuer Strukturen sowie mit Haushaltsfragen und gesellschaftspolitischen Themen mit. "Die bevorstehenden Aufgaben werden Kraft kosten", sagte Herche.

Als Leitbild nannte er den Satz "Gemeinsam sind wir stark", womit er auch die Zusammenarbeit von "Christen mit allen anderen in der Gesellschaft" meine. "Sprachfähig im Glauben" zu werden, sieht Herche als große Aufgabe. Denn das sei die Voraussetzung dafür, glaubwürdig in der Gesellschaft wir-ken zu können. Erfahrungen bringe er auch als Unterstützer des Aktionsbündnisses gegen Rechtsextre-mismus in seiner Region und als erster Ausländerbeauftragter des Landkreises Nordhausen mit.

Simon betonte bei der Vorstellung, die Probleme und Ängste der Menschen in der Region aufzugreifen und gemeinsam nach Antworten zu suchen, gehöre für ihn zu den wichtigsten Aufgaben des angestrebten Amtes. Die Sorgen über den Braunkohleabbau, die CCS-Pläne zur unterirdischen Endlagerung von Kohlendioxid, die Ängste vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und dem Verlust der Dörfer müssten mit Gesprächsforen aufgefangen werden.

Der alte Sprengel Görlitz mit 47.000 Kirchenmitgliedern wurde zu Jahresbeginn durch den Zusammenschluss mit dem früheren Sprengel Cottbus mit rund 164.000 evangelischen Christen vergrößert. Der bisherige Görlitzer Regionalbischof Hans-Wilhelm Pietz bleibt als Leiter des alten Sprengels Görlitz bis zum Jahresende im Amt.

Auf eine Kandidatur für eine weitere Amtszeit habe er jedoch auf eigenen Wunsch mit der Begründung verzichtet, dass neue Strukturen auch neue Personen erforderten, berichtete Bischof Markus Dröge bei der Vorstellung. Die frühere Cottbuser Generalsuperintendentin Heilgard Asmus leitet seit Mitte Juli den Sprengel Potsdam mit knapp 200.000 evangelischen Kirchenmitgliedern.

Simon will sich am 5. September (15 Uhr) in der Görlitzer Peterskirche, Herche am 19. September (14 Uhr) in der Nikolaikirche in Cottbus der Öffentlichkeit vorstellen. An die Gottesdienste schließt sich jeweils ein Vortrag über missionarische Chancen und Aufgaben der Kirche im ländlichen Raum an. 
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