Radio Paradiso bewirbt sich um neue Frequenz in Berlin
Christlicher Sender will insolventes Berliner Jazz-Radio beerben
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) hat die Frequenz 101,9 MHz ausgeschrieben, weil der bisherige Nutzer, das Berliner Jazz Radio, insolvent ist. Der Sender gehört wie Paradiso zum Verbund "Radiohaus Berlin", den Gülzow leitet. Das Jazz Radio ist nach Einschätzung des Insolvenzverwalters nicht mehr zu retten.
Der Medienrat der MABB hatte im Mai beschlossen, die bisher von Radio Paradiso genutzten UKW-Frequenzen in Berlin und Brandenburg ab Dezember an den Sender Oldiestar zu vergeben. Am 23. Juli reichte Radio Paradiso Klage gegen den Lizenzentzug beim Berliner Verwaltungsgericht ein. Die MABB hatte dem Sender Defizite im Programm vorgeworfen.
Für den Fortbestand von Radio Paradiso hat Gülzow die Zusage einer "stärkeren finanziellen Unterstützung" durch die Diakonie. Mit dem Geld sollen vier zusätzliche redaktionelle Mitarbeiter angestellt werden, sagte er. Bislang arbeiten in der Redaktion des Senders elf Mitarbeiter, darunter auch Freie.
Zusätzlich gebe es eine Vereinbarung mit dem als Evangeliums-Rundfunk gegründeten Medienverband ERF Medien, sagte Gülzow. Der in Potsdam ansässige ERF-Redakteur Oliver Jeske werde künftig auch Beiträge für Radio Paradiso erstellen. So will Radio Paradiso in Zukunft seinen Wortanteil auf durchschnittlich 330 Minuten am Tag erhöhen. Die Zusammenarbeit mit dem ERF-Redakteur soll bereits am 23. August beginnen. Sollte Radio Paradiso die neue Frequenz erhalten, werde Jeske in das Radiohaus Berlin umziehen, hieß es.
Radio Paradiso sendet seit 1997. Hauptgesellschafter sind die Evangelische Darlehnsgenossenschaft und die Berliner Immanuel-Diakonie. Die EKD Media, die ebenfalls Anteile hält, gehört zu 60 Prozent der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und zu 40 Prozent dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP). Das GEP trägt unter anderem die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd).
