Berlin ehrt Micha Ullman mit Moses-Mendelssohn-Preis

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 6. September übergeben

16. August 2010. Berlin (epd). Für sein philosophisch-künstlerisches Lebenswerk soll der israelische Künstler Micha Ullman mit dem Moses-Mendelssohn-Preis des Landes Berlin geehrt werden. Die alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung "zur Förderung der Toleranz gegenüber Andersdenkenden und zwischen den Völkern und Religionen" ist mit 10.000 Euro dotiert und soll am 6. September durch Staatssekretär André Schmitz (SPD) übergeben werden, teilte die Senatskanzlei am 13. August in Berlin mit.

Von Ullman stammt unter anderem die Skulptur "Bibliothek", mit der auf dem Berliner Bebelplatz an die Bücherverbrennungen in der NS-Zeit erinnert wird. Das Mahnmal werde von Besuchern aus aller Welt als die eindrucksvollste Auseinandersetzung mit dem nicht darstellbaren Thema Vernichtung erlebt, hieß es in der Mitteilung.

Das Mahnmal habe Berlins "Erinnerungs-Landschaft" unrevidierbar geprägt, betonte Schmitz zu der Entscheidung der siebenköpfigen Jury. Ihr gehören die evangelische Pröpstin Friederike von Kirchbach, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Lala Süsskind, die Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus, der katholische Theologe Joachim Hake, Feuilletonredakteur Thomas Lackmann, Universitätsrektor Christoph Markschies sowie der Philosoph und Politikwissenschaftler Frieder Otto Wolf an.

Micha Ullman wurde 1939 in Tel Aviv geboren. Von 1960 bis 1965 studierte er in Jerusalem und London. Es folgte von 1970 bis 1978 eine Lehrtätigkeit in Jerusalem. 1976 übernahm er eine Gastprofessur an der Kunstakademie Düsseldorf. Es folgten Lehrtätigkeiten an der Universität Haifa und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Ullman lebt und arbeitet im israelischen Ort Ramat Hasharon.

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