Ausstellung über Diakonissen im brandenburgischen Kloster Lehnin
Dokumentation "Unter der Haube" ab 20. August zu sehen
Das ehemalige Zisterzienserkloster Lehnin bei Brandenburg/Havel wurde 1911 Sitz einer evangelischen Diakonissengemeinschaft. Heute leben dort noch neun Schwestern. Die Ausstellung ist ein Beitrag zur Veranstaltungsreihe "Kulturland Brandenburg", die in diesem Jahr unter dem Titel "Mut & Anmut. Frauen in Brandenburg – Preußen" steht.
Frauen in Krankenhäusern, als Ärztinnen oder Pflegeschwestern seien zwar heute ein vertrautes Bild, hieß es weiter. Eine sozial engagierte Berufstätigkeit sei für Frauen jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem im kirchlichen Bereich möglich geworden. Damit hätten Frauen auch außerhalb von Ehe und Familie Aufgaben übernehmen können. Bis heute sei die nonnenähnliche Diakonissentracht mit Haube und meist dunklem Kleid für viele Menschen ein Symbol für das christlich-soziale Engagement von Frauen.
Das Diakonissenamt wurde von dem evangelischen Pfarrer Theodor Fliedner (1800-1864) eingeführt, die Bezeichnung geht auf das altgriechische Wort für Dienerin zurück. 1836 gründete der Theologe im rheinischen Kaiserswerth eine "Bildungsanstalt für evangelische Pflegerinnen", die für eine bessere Pflege in Krankeneinrichtungen sorgen sollte und als erste evangelische Diakonissenanstalt gilt.
Die unverheirateten Diakonissen kamen mit ihrem Amt zugleich "unter die Haube" und waren den Angaben zufolge damit gesellschaftlich den verheirateten Frauen gleichgestellt. Diakonissen verpflichten sich in der Regel ähnlich wie katholische Nonnen zu einem einfachen Lebensstil, Ehelosigkeit und Gehorsam.
Die evangelischen Schwestern werden von ihren Mutterhäusern zur Arbeit in sozialen Einrichtungen entsandt und bleiben den Mutterhäusern meist ihr ganzes Leben lang verbunden. Ihre Einkünfte und Renten gehen in der Regel in die Gemeinschaftskasse des Diakonissenhauses, die Frauen selbst erhalten ein geringes Taschengeld.
Die Ausstellung "Unter der Haube. Diakonissen in Brandenburg und Preußen" wird am 20. August um 13 Uhr im Museum im Zisterzienserkloster Lehnin, Klosterkirchplatz 1-19, 14797 Kloster Lehnin eröffnet und ist bis 10. Oktober montags bis sonnabends von 10 bis 17 Uhr sowie sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen
