Umzug der Wanderpredigerin
Als sie für ihr neues Amt kandidierte, nannte sie sich selbst eine „Wanderpredigerin“. Nun muss Heilgard Asmus weiterziehen: Am Samstag, dem 3. Juli 2010, wird die Generalsuperintendentin des Sprengels Cottbus in der Oberkirche Sankt Nikolai aus ihrem Amt verabschiedet.
Als Mitglied der Kirchenleitung und leitende Geistliche des Lausitzsprengels legte Asmus Wert darauf, nahe bei den Menschen ihren Dienst zu versehen. „Ich möchte vor Ort mit den Menschen ins Gespräch kommen, mit den Gemeindegliedern“, sagt Heilgard Asmus. „Ich möchte hinhören und wahrnehmen, was die Menschen bewegt.“ Doch auch politisch sorgte sie in der Lausitz für Aufsehen. Mit scharfen Worten kritisierte sie immer wieder das Plastinarium des umstrittenen Leichenpräparators Gunther von Hagens. „Die Landesregierung muss alles unternehmen, um den angekündigten Verkauf von Menschenscheiben zu verhindern“, sagte sie zuletzt vor einigen Tagen, als der Plastinator ankündigte, seine Präparate nun an alle Interessierte zu vertreiben.
Anders als die Kirchenleitung positionierte sich Asmus zudem im Streit um die Lausitzer Braunkohle. Umsiedlungen hält die Vorsitzende der landeskirchlichen Steuerungsgrupp für nicht mehr vertretbar. Stattdessen setzte sich die Theologin für die Schaffung erneuerbarer Energien ein, und sieht die Aufgabe der Kirche darin, die unterschiedlichen Positionen beim Thema Kohle miteinander ins Gespräch zu bringen. Und als Vorsitzende des Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bezog Heilgard Asmus Stellung gegen den „alltäglichen Rechtsextremismus“, der sich in den Köpfen vieler Menschen breit mache. Doch auch die Armut von Kindern und Jugendlichen liegt der Theologin am Herzen. „Wir müssen auch in einem Dorf hinsehen, wo Menschen arm sind“, sagt Heilgard Asmus. „Wir müssen uns darum kümmern, vor allem benachteiligte Kinder und Jugendliche in das soziale Gefüge einzubinden.“ Am 28. August wird sie als Generalsuperintendentin des Sprengels Potsdam in ihr neues Amt eingeführt.
