Präses Schneider: Christen müssen für Sozialstaat eintreten
Predigt zum 50-jährigen Bestehen der evangelischen Film-Produktion Eikon
Berlin (epd). Nach Ansicht des amtierenden Ratsvorsitzenden der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, müssen Christen
Spaltungen in der Gesellschaft entgegentreten. Sie seien aufgerufen, "durch
gerechtes und faires Teilen für eine sozialstaatliche Systematik von Recht und
Gerechtigkeit einzutreten", sagte Schneider am 27. Juni bei einem Gottesdienst
in Berlin. Dazu müsse auch der Reichtum der Reichen dienen - "und nicht allein
zur persönlichen Bedürfnisbefriedigung".
Schneider predigte in einem Gottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der
evangelischen TV- und Film-Produktionsfirma Eikon. "Gute Filme umfassen
Menschen", sagte der rheinische Präses laut vorab veröffentlichtem
Predigtmanuskript. Gute Filme würden den Menschen mitnehmen - "auch auf dem Weg
der Suche nach Gott".
Die Eikon sei in der Erkenntnis gegründet worden, das es möglichst
vielfältiger Aufforderungen und Anleitungen bedarf, um Gottes Einladung heute
gerecht zu werden. "Das Bild, der Film kann dabei eine besondere Rolle spielen:
durch die unaufdringliche Form erzählter Geschichten; durch Geschichten, die
unsere Realitäten überschreiten; durch die größere Intensität von Bildern und
durch die Verbindung von Wort, Musik und Bild", sagte Schneider.
Die
Eikon wird von 17 evangelischen Landeskirchen und Werken getragen. Sie
produziert unter anderem "So gesehen" für Sat.1, "N24 Ethik" und die Krimi-Reihe
"Unter Verdacht" für das ZDF. Auch Filme wie "Unter dem Eis", "Luther" und
"Jahrestage" entstanden in Verantwortung oder in Koproduktion mit der Eikon.
Internet: www.eikon-film.de
