Diakonie schließt Berliner Treberhilfe aus
Treberhilfe kündigt rechtliche Schritte gegen Ausschluss an
Zur Begründung des Ausschlusses heißt es bei der Diakonie, die Mitglieder des Diakonischen Werkes seien durch den diakonischen Auftrag dem Gemeinwohl verpflichtet und erwirtschaftete Mittel seien zur Erfüllung dieses Auftrags einzusetzen. Die Gesellschafterstrukturen der Treberhilfe böten nach den bisherigen Erfahrungen dafür keine Gewähr. Außerdem habe das Ansehen der Diakonie in der Öffentlichkeit durch das Auftreten der Treberhilfe Schaden genommen.
Nach Auffassung der Treberhilfe sind die Gründe für einen Ausschluss vor allem durch den vorangeschrittenen Erneuerungsprozess des gemeinnützigen Unternehmens in den vergangenen Monaten nicht mehr gegeben. Der neue Geschäftsführer Volker Härtig kündigte zudem am 17. Juni weitere Korrekturen in der Geschäftstätigkeit an. Der Ausschluss aus der Diakonie stelle keinen unmittelbaren Schaden für die Geschäftstätigkeit der Treberhilfe dar, heißt es in einer Pressemitteilung. Er beeinträchtige aber die Reputation der Gesellschaft und erschwere damit die Restabilisierung und Erneuerung.
Noch am Vormittag war die Treberhilfe vor Gericht gescheitert, ihren möglichen Ausschluss zu verhindern. Das Berliner Landgericht hob eine von der gemeinnützigen GmbH am 11. Juni erwirkte einstweilige Verfügung auf, die dem evangelischen Dachverband eine Abstimmung über den Ausschluss der Treberhilfe untersagt hatte.
Das Gericht sah es als nicht gerechtfertigt an, schon vor Zusammentreffen der Diakonie-Mitgliederversammlung auf deren Meinungsbildung einzuwirken. Die Treberhilfe müsse zunächst hinnehmen, was in der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes beschlossen wird und könne gegebenenfalls dann dagegen vorgehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen den Ex-Geschäftsführer der Treberhilfe, Harald Ehlert. Hintergrund sind Berichte über seinen aufwendigen Lebensstil. Ins Rollen kam die ganze Geschichte, als im Februar bekannt wurde, dass Ehlert einen Maserati als Dienstwagen fuhr.
