Früherer Kirchenpräsident Klassohn bleibt EKD-Aussiedlerbeauftragter
66-jähriger Theologe wurde für weitere Amtszeit von Rat der EKD bestätigt
Hannover/Dessau-Roßlau (epd). Der frühere anhaltische Kirchenpräsident Helge Klassohn bleibt bis 2015 Aussiedlerbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Rat der EKD habe den 66-jährigen Theologen in der ehrenamtlichen Funktion für eine weitere Amtszeit bestätigt, teilte die Evangelische Landeskirche Anhalts am 14. Juni in Dessau-Roßlau mit.
Klassohn, der seit 2009 mit seiner Ehefrau Heidemarie im brandenburgischen Petersdorf bei Bad Saarow lebt, hatte das Amt im September 2007 vom Görlitzer Altbischof Klaus Wollenweber übernommen. An der Spitze der anhaltischen Kirche stand Klassohn von 1994 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Ende 2008. Derzeit sind für bestimmte kirchliche Arbeitsgebiete elf EKD-Beauftragte zuständig, unter anderem für Kulturfragen, Sport, Umweltthemen oder Seelsorge in der Bundespolizei.
Der Zuzug der russlanddeutschen Spätaussiedler in den vergangenen Jahren sei ein ebenso großer Gewinn für die Landeskirchen und deren Gemeinden wie die Integration der deutschen Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, erklärte Klassohn in der Mitteilung. Die respektvolle Wahrnehmung und Anerkennung dieser Menschen, ihrer Schicksale, Kultur und Identität gehöre nach wie vor zu den herausragenden kirchlichen Aufgaben.
Klassohn stammt aus Riga (Lettland) und hat von 1963 bis 1968 Evangelische Theologie in Berlin studiert. Nach Tätigkeiten unter anderem an der Greifswalder Theologischen Fakultät war er von 1975 bis 1989 Pfarrer in Teupitz bei Königs Wusterhausen. Anschließend wurde er Studienleiter am Pastoralkolleg in Templin, dessen Leitung Klassohn später auch übernahm. Von 1998 bis 2000 hatte er den Vorsitz des Rates der Evangelischen Kirche der Union inne.
