Rahmenlehrplan für den Ev. Religionsunterricht

 Rahmenplan für den Evangelischen Religionsunterricht in den Jahrgangsstufen 1 bis 10.pdf

Zum 1.10.2007 trat der neue Rahmenlehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 in Kraft. Darin wurden aktuelle didaktische Konzepte integriert. Das zentrale Ziel des Religionsunterrichts ist Handlungskompetenz. Mit dieser Zielbeschreibung schließt der Rahmenlehrplan an die Lehrpläne der anderen Fächer an, die ebenfalls Handlungskompetenz als ihr Ziel beschreiben. Handlungskompetenz bedeutet im Religionsunterricht, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur etwas über den christlichen Glauben, andere Religionen und Weltanschauungen und religiöse Erscheinungen in der Kultur wissen, sondern, dass sie dieses Wissen auch anwenden können, z.B. in Gesprächen mit Andersgläubigen, beim Besuch einer Kirche, beim Erkennen ritualisierter Verhaltensweisen z.B. beim Sport. Ziel ist so eine mündige Wahrnahme der Religionsfreiheit gewährleisten zu können.

Deshalb formuliert der Rahmenplan Regelstandards, die bei aller Unterschiedlichkeit des Religionsunterrichtes vor Ort in den jeweiligen Jahrgangsstufen verbindlich sind. Dazu gehören auch Standards zum diakonischen Lernen.

Der Religionsunterricht wird aus und in evangelischer Perspektive angeboten und ist für alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer konfessionellen Bindung offen.
Der Evangelische Religionsunterricht ermöglicht Kindern und Jugendlichen, sich mit Grundfragen menschlicher Existenz, nach Gott und der Welt auseinanderzusetzen. Diese Grundfragen werden im Religionsunterricht im Horizont der Botschaft des Evangeliums erarbeitet und reflektiert. Antworten früherer Generationen werden sichtbar, Perspektiven des Verstehens werden eröffnet. So können sich Orientierungspunkte für die Schülerinnen und Schüler herausbilden und die eigene Existenz sowie die Sicht auf die Welt können in größeren Zusammenhängen gesehen werden.

Für die Auseinandersetzung mit Fragen nach dem Lebenssinn und der Religion ist die Perspektive des Suchens und Fragens grundlegend. Der Rahmenlehrplan setzt diese Einsicht in eine Didaktik des Fragens, des In-Frage-Stellens und des Entdeckens von Fragwürdigem um. Dieser Prozess ist bei allen Antworten, die in der Geschichte gegeben wurden und gegenwärtig gegeben werden, ein offener Prozess. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt und ermutigt werden, sich an diesem Prozess aktiv zu beteiligen.

Für den Rahmenlehrplan wird eine Gliederung der Vielzahl möglicher Fragen in fünf Leitfragen vorgenommen. Sie ergeben sich aus dem inneren Zusammenhang von Theologie und Anthropologie als Nachdenken über die Beziehung Gott-Mensch-Welt. Dementsprechend sind die Leitfragen aus der Sicht des evangelischen Glaubensverständnisses heraus formuliert. Alle Jahrgangstufen werden in diese Leitfragen untergliedert: Nach Gott fragen; Nach dem Menschen fragen; Nach Jesus Christus fragen; Nach Gestalt des Glaubens und Zeichen des Religiösen fragen; Nach verantwortlichem Handeln fragen.