Brot für die Welt
„Das tägliche Brot der Armen ist christliche Verpflichtung und entwicklungspolitische Zielsetzung zugleich. Denn Jesus sagt: „Was ihr getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir getan.“ (Mt. 25, 40)
(aus „Den Armen Gerechtigkeit 2000. Eine Erklärung von „Brot für die Welt“)
Das Motto
Das Motto "Es ist genug für alle da" ist provokant – angesichts der Tatsache, dass fast eine Milliarde Menschen auf der Welt Hunger leiden. Doch weltweit werden genügend Nahrungsmittel für alle Menschen produziert. Die Direktorin von "Brot für die Welt", Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, machte deutlich: "Es ist genug für alle da, wenn wir teilen, was Gott uns Menschen schenkt. Machen Sie mit!"
Wie sehr Ungerechtigkeit Menschen in Schwierigkeiten bringt, machte "Brot für die Welt" an einem Projekt aus Bangladesch deutlich. Im Norden des südasiatischen Landes lebt das Volk der Garo, eine christliche Minderheit. Sie bewirtschaften kleine Äcker im Wald, jagen und sammeln – die Natur ist ihre Lebensgrundlage. Doch globale Agrar- und Lebensmittelkonzerne bedrohen diese Lebensweise. Der Wald werde gerodet, um Flächen für die Exportlandwirtschaft zu gewinnen, erläuterte Füllkrug-Weitzel: "Angebaut werden Lebensmittel, Treibstoff- und Futterpflanzen. Für uns im Norden. Und die Menschen im Süden? Sie müssen hungern, ihnen wird der Boden für das tägliche Brot entzogen".
"Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen, dass Recht und Gerechtigkeit weltweite Herausforderungen sind"
In dem Gottesdienst, der am ersten Advent gefeiert wurde, bezeichnete der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, den Advent als "Zeit der Sehnsucht nach mehr Frieden und Gerechtigkeit". Die Adventszeit lenke den Blick auf Jesus Christus, der den "Weg der Gerechtigkeit" gegangen sei. Auf diesem Weg werde Unrecht auch Unrecht genannt. Eigentlich sei für alle Menschen genug da, um gut leben zu können. Aber viele – wie das Volk der Garo – müssten ihr Land hergeben, weil es politisch und wirtschaftlich Mächtigere gebe. Jung sagte: "Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen, dass Recht und Gerechtigkeit weltweite Herausforderungen sind", sagte Jung.
Der bekannte Fernsehmoderator Wolf von Lojewski übernahm die Patenschaft für das Schwerpunktprojekt von "Brot für die Welt" in Bangladesch. Er bekannte sich zum Hilfsprojekt: "Anderen unter die Arme zu greifen ist ein Ausdruck unseres Glaubens". So sei die Arbeit von "Brot für die Welt" mehr als die sprichwörtliche "Schüssel Reis". Das evangelische Hilfswerk baue in den Ländern der Dritten Welt Selbstbewusstsein auf. Für Lojewski bringt dieser Einsatz für mehr Menschlichkeit sichtbare Erträge: "Schon eine kleine Spende kann hohe Zinsen bringen."
Seit 1959 engagiert für kirchliche Entwicklungszusammenarbeit
Brot für die Welt ist eine 1959 in Berlin gegründete Aktion der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit. Sie wird von allen evangelischen Landes- und Freikirchen getragen. Die Geschäftsführung der Aktion „Brot für die Welt“ wird vom Diakonischen Werk der EKD e.V. wahrgenommen, Die jährlichen Spendenaktionen starten jeweils am ersten Advent, dem Beginn des Kirchenjahres.
Brot für die Welt" hat 2008 knapp 51,4 Millionen Euro Spenden erhalten. Insgesamt wurden 1.132 Projekte in 80 Ländern gefördert.

Heidelberger Katechismus